
Bisher werden Brückensimulatoren normalerweise verwendet, um die Brückenbesatzung zu trainieren. Der Fokus ist die Ausbildung auf existierenden Schiffen. Alle physikalischen Charakteristika können in diesem Fall aus Modell- und/oder Großausführungsversuchen extrahiert werden. In der frühen Entwurfsphase liegen solche Versuchsergebnisse zwangsläufig noch nicht vor, sodass es notwendig ist, „First-Principle“ Methoden zu verwenden, um die benötigten physikalischen Charakteristika des Entwurfs zu bestimmen. Nur so ist es möglich einen Brückensimulator in der frühen Entwurfsphase einzusetzen. Diese Verwendung ermöglicht es, Konsequenzen von Entwurfsentscheidungen auf einer klaren Basis zu kommunizieren.
Die SESIS Simulationsplattform ermöglicht es, unter realitätsnahen Bedingungen zu untersuchen, ob der erstellte Entwurf den Anforderungen entspricht. Kommt es zu Schwierigkeiten, können diese jetzt wesentlich einfacher behoben werden als in späteren Phasen des Projektes. Der Auftraggeber kann mit seinem eigenen Kapitän das zukünftige Schiff im Simulator fahren und den Entwurf bewerten, ohne die technisch/physikalischen Details exakt verstehen zu müssen.
Im Rahmen von SESIS wird eine Anbindung des Brückensimulators SimFlex an „First-Principle“ Methoden vorgenommen. Hierzu werden numerische Berechnungen aus dem schon existierendem E4 System so angepasst, dass weitesgehend automatisch ein Simulationsmodell für den SimFlex erstellt wird. Hierfür sind insbesondere Berechnungen der Propeller und Ruderkräfte von zentraler Bedeutung. Aber auch die für das Manövrieren notwendigen Rumpfkräfte müssen berechnet werden, um ein aussagefähiges Simulationsmodell erstellen zu können. Die hierfür notwendige numerische Funktionalität wird in SESIS eingebunden. Außerdem werden Exportfunktionen entwickelt, die es erlauben, mit Hilfe der Berechnungsergebnisse den Brückensimulator für den zu untersuchenden Schiffsentwurf zu justieren.

